Windenergie im Wald

Unser Wald hat viele Funktionen und muss geschützt werden

Er ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, dient dem Klimaausgleich, der Sauerstoffproduktion, filtert unsere Luft und unser Wasser und schützt uns vor Lärm. Auch der Boden im Wald ist etwas Besonderes. Durch die Bäume wird dieser vor Erosion und Austrocknung geschützt. Im Wald bildet sich neues Grundwasser. Der Wald speichert auch Grundwasser und dient dem Trinkwasserschutz.
Der Waldboden ist zudem noch ein enormer CO2-Speicher. Laut einer Untersuchung der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft sind in den Waldböden im Durchschnitt 128 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar bis in 1,5 m Tiefer gespeichert.

Für viele Menschen ist Wald aber auch Erholungsort und ein Weg die Natur zu erleben.

Wald ist aber auch Wirtschaftsraum. So dient der Wald als Rohstoffproduzent und Arbeitsplatz.

Eine weitere wirtschaftliche Nutzung des Waldes mit Windrädern ist kritisch zu betrachten. Oben genannte Funktionen müssen erhalten bleiben!

Windräder im Wald beinträchtigen die Funktionen des Waldes.

Ein Gewerbegebiet im Wald.

Ein Windrad ist etwas positives. Aus Wind Energie zu gewinnen ist eine der saubersten Methoden Strom zu produzieren.

Dennoch ist ein Windrad aber auch eine technische Anlage, die nicht ohne Infrastruktur auskommt. Im Grunde also eine kleine Fabrik, die auf kleinem Raum etwas produziert, auf das unsere Gesellschaft nicht verzichten möchte: Strom

Wir alle brauchen ihn und in Zukunft noch viel mehr, gilt es doch die Verbrennungsmotoren und fosilen Heizungen zu ersetzen.

Eine Windkraftanlage benötigt, wie jede Industrieanlage, Platz. Je nach Quelle muss hier circa 0,5 bis 1 Hektar Waldfläche veranschlagt werden. Dazu zählt nicht nur der Standort an sich, sondern auch Verkehrswege und der Vorplatz, der zum Aufstellen benötigt wird. Zudem wird eine Stromleitung benötigt.

Wartungsarbeiten stören den Waldfrieden teilweise auch in der Nacht, falls hier gearbeitet wird.

Pro Energiewende – Pro Wald!

Die Ablehnung von Windkraftanlagen im Wald ist in manchen Kreisen von Klimaschützern, die schnell einen Ausstieg aus fossilen Energiequellen fordern, sehr kritisch gesehen. Gilt es doch jetzt den Energiemix in Deutschland umzubauen.
Wir verstehen, dass es frustrierend sein muss, nun wo die Energiewende in Fahrt kommt, ausgerechnet vom Naturschutz gebremst zu werden.

Wir meinen:
Wald bremst den Klimawandel aus!

Die Diskussion um den Erhalt unserer Wälder – um den Erhalt der Lebensgrundlagen von uns Menschen und den Tieren, aber auch der Pflanzenwelt – muss sachlich und respektvoll geführt werden.

Wir stehen zu 100% hinter den Plänen die Windenergie auszubauen. Jeder Standort für ein Windrad muss aber sehr gut bedacht werden. Einen gesunden Mischwald für Windanlagen zu gefährden sehen wir kritisch und lehnen diese Standorte ab.

Windkraftanlagen auf offenem Feld. Landwirtschaft und Energiegewinnung geht gut zusammen.

Bürgerinformation

Als Bürgerverein, der sich dem Natur- und Umweltschutz verschrieben hat, sehen wir es auch als unsere Aufgabe an, Bürgerinnen und Bürger zu informieren.

Am 16.06.2024 fand zu diesem Zweck eine Ortsbegehung im Raitenbucher Forst statt.

Viele Interessierte folgten der Einladung und konnten unter der Führung von Prof. Dr. Erwin Hussendörfer Eindrücke über die Windkraftanlagen dort bekommen.

Im Bild links sieht man die Versammlung auf einem Vorplatz einer bestehenden Windkraftanlage. Deutlich zu erkennen ist die offene Waldstruktur hinter dem Windrad und die große Fläche vor dem Turm.

Die Planungen im Raitenbucher Forst

Bildquelle: Adaption der Karte des Geoportal Bayerns.

In der Karte sind bestehende Windräder als rote Kreise eingezeichnet. Die gestrichelten Flächen sind die geplanten Vorrangflächen für weitere Windkraftanlagen. Aber auch in der weiteren Umgebung sind noch mehr Windanlagen geplant.

Hohe Konzentration von neuen Windkraftanlagen auf dem Weißenburger Jura.

Auffällig an der aktuellen Planung des Regionalen Planungsverbandes Westmittelfrankens ist, dass viele Windkraftanlagen auf dem Weißenburger Jura entstehen sollen. Das Gebiet um den Raitenbucher Forst wurde üppig mit Vorranggebieten bedacht.

Der gesamte Plan sieht Windkraftgebiete in der Größenordnung von ca. 5.700 ha vor. Um die Gemeinden Raitenbuch, Rothenstein und Bieswang sind es über 1500 Hektar. Ein Großteil der Flächen befindet sich im Waldgebiet.

Erneuerbare Energien sind sichtbar: Photovoltaik und Windräder sind im Gegensatz zu einem Kohlebergwerk oder einem Atomkraftwerk für große Teile der Bevölkerung sichtbar. Großkraftwerke waren nur für wenige Anwohner sichtbar.

Um die Akzeptanz in der Bevölkerung für erneuerbare Energien nicht zu gefährden, müssen Anlagen sinnvoll geplant und „gerecht“ verteilt werden. Natürlich eignet sich nicht jeder Standort für ein Windrad. Man darf aber fragen:

Gibt es im Planungsgebiet so wenig Alternativstandorte?

Warum so viele Windräder östlich von Weißenburg?

Bild: Eigenes Luftbild. Raitenbucher Forst.

Auswirkungen der Windräder im Wald

Windkraftanlagen im Wald benötigen im Vergleich zu herkömmlichen Waldstraßen deutlich größere baumfreie Flächen, z.B. breite Zuwegungen, weit ausgebaute Kurven und Stellflächen vor jedem Windrad. Diese Flächen sind dauerhaft versiegelt und verdichtet.

Ohne die Beschattung der Bäume werden diese Flächen zu regelrechten „Hot-Spots“, d.h. sie heizen sich im Vergleich zu bewaldeten Flächen extrem auf. Diese Temperaturextreme wirken entlang der verdichteten Flächen noch weit in den Baumbestand hinein. In der Summe kommt es daher auf einer großen Fläche (je Windrad ca. 2 Hektar) zu einer erhöhten Verdunstung und ggf. zu Wasserstress für die Bäume. Unmittelbare, durch die Rodung des Waldes hohe Sonneneinstrahlungen auf die Bäume verstärkt diesen Effekt, so dass Baumkronen und oft ganze Bäume „vertrocknen“. Deutlich sichtbar ist dies an einer Buche (gelb umrandet) neben einem Windrad. Mit der Zeit „lösen“ sich solche Waldteile immer weiter auf, da jeder vertrocknete Baum seine Schutzwirkung auf seine Nachbarn verliert.

Wie bei einem Domino fällt ein Baum nach dem anderen aus.

Verdichtete und versiegelte Flächen führen zudem dazu, dass Regenwasser dort nicht mehr in den Boden eindringen kann. Damit sind die für den Wasserhaushalt des Waldes wichtigen

Funktionen wie „Wasserspeicherung“, „Grundwasser-Neubildung“ und die Minderung der Folgen von Starkregeereignissen im Vergleich zu Waldflächen ohne Öffnungen für Windkraftanlagen.